Erleben Sie mit uns Opernreisen zu Wagner-Aufführungen an bekannten und interessanten Opernhäusern in Europa
Reise nach Wien 21. bis 25.09.2025 mit „Tannhäuser“
Wien feiert die Musik! Wir erlebten die prachtvolle Musiktradition der Stadt und genossen ein kulturelles Highlight: die neue „Tannhäuser“-Inszenierung in der Wiener Staatsoper. Wir tauchten ein in die Geschichte und Kunst Wiens – von der Hofburg über Schloss Schönbrunn bis zum Beethoven-Museum. Wir logierten zentral im „Steigenberger Hotel Herrenhof“ und ließen uns von der Wiener Kultur verzaubern. Viele begleiteten uns und machten diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Notiz zur Reise des Richard Wagner Verbands Karlsruhe nach Wien
Wieder hat Herr Professor Hans-Michael Schneider eine Reise für Verbandsmitglieder meisterhaft erlesen und durchgeführt. Hier seien nur einige Glanzpunkte der Reise erwähnt. Wie erhofft zeigte sich Wien von seiner besten Seite, abgesehen von einigen Stunden Regen. Wieder hatten wir eine besonders kundige Reiseleiterin, Frau Katharina Trost, die jeden Stein in Wien kennt. Auch wenn man schon einmal in Wien war, ist doch der Gesamteindruck der Stadt überwältigend und kann nur mit dem Attribut prächtig gekennzeichnet werden, eben eine Kaiserstadt. Bei den vielfältigen Spaziergängen überraschte immer wieder die großartige Präsenz der hohen Gebäude und Straßen und selbst deren großformatigen Pflasterung.
Unseren ersten Weg von unserem Hotel Steigenberger Herrenhof bis zur Hofoper und in die Innenstadt und zum Stephansdom schätzten wir bald als vertraut. Vieles, was nicht einmal in größeren Reiseführern erwähnt ist, durften wir unter freundlicher Anleitung entdecken. Zwei Straßenecken vom Hotel entfernt liegt die mächtige Minoritenkirche am Minoritenplatz. Auf der Rückseite der Altarwand befindet sich Das Letzte Abendmahl da Vincis in Mosaiktechnik, eine originale Nachbildung. Welch ungeheurer Eindruck gegenüber dem verblassten Original in Mailand! Vom nahegelegenen Michaela- Platz führt ein Durchgang an der Hofburg an der Spanischen Hofreitschule, wo man in der barocken Winterreitschule das Training der Lipizzaner beobachten konnte, vorbei und später an der Kapuzinergruft vorbei zur Albertina und zur Oper. Soweit wir am berühmten Café Sacher und am Café Central vorbeikamen, genügte uns der Blick durchs Fenster auf das prächtige Innere. In beiden Fällen warteten riesige Schlangen auf Einlass.
Die Fahrt nach Heiligenstadt führte uns zunächst in das Beethoven Haus mit einem kleinen Hof einem großen Baum darin, einem kleinen Ensemble von kleinen Räumen zu Beethovens Leben und Wirken. Wieder konnten wir einen äußerst sachkundigen Führer genießen, der die vielschichtigen Aspekte Beethovens andeutete. Wir konnten uns dem Schicksal Beethovens nicht entziehen, obwohl wir, abgesehen von bekannten Tatsachen, wie die ca. 60 Umzüge Beethovens innerhalb Wiens, viele neue Aspekte und das ja im Lokalkolorit erlebten. Auch das Heiligenstädter Testament wurde für uns nun verordet. Insgesamt macht ein solcher Besuch sehr nachdenklich. Geradezu monströs erscheint die Genialität und auch die Einsamkeit Beethovens.
Im Anschluss daran besuchten wir ein Heurigen- Lokal wie es im Buch steht, nämlich Weingut Mayer am Pfarrgarten. Wer, außer den profunden Kennern wie Professor Schneider, kannte schon die Weinsorte „Gemischter Satz“, ein Bouquet aus Sauvignon Blanc, Grünem Veltliner und Welschriesling! Jetzt wissen wir Beteiligte, die Qualität dieses Tropfens zu schätzen. Und der opulente und strahlende Hausherr hat uns gegen Ende des Tages mit schöner Stimme eine ganze Menge Lieder „Ja in Wien ..“ zusammen mit seiner mächtigen Harmonika gesungen, durchaus ein bewegender Abschluß heute. Natürlich durfte ein Besuch des Oberen Belvederes mit seinen herrlichen Bildern von „Klimt und seiner Zeit“ nicht fehlen. Immer wieder findet man Überraschendes. Der Schreiber meint besonders die Bilder von Giovanni Segantini, darunter gespenstisch „Die bösen Mütter“.
Schließlich aber als Kulminationspunkt unserer Fahrt „Tannhäuser“ in der Wiener Staatsoper unter dem Dirigat von Axel Kober und unter der Regie von Lydia Steier.
Landgraf Hermann Georg Zeppenfeld
Tannhäuser Clay Hilley
Wolfram Martin Gantner
Elisabeth Camilla Nylund
Venus Ekaterina Grubanova
Die Aufführung erfüllte alle unsere Erwartungen. Selbstverständlich sind / waren die Solisten, das Orchester und das Dirigat erste Klasse, angemessen der Bedeutung der Hofoper. Schon das Bacchanal übertraf alle Erwartungen an Opulenz und Vielschichtigkeit. Die Partien des Tannhäusers waren gesangliche Glanzlichter. Vor allem die Rom- Erzählung war hinsichtlich der Dramatik und Schönheit der Stimme unübertrefflich, wie ja auch die anderen Partien hervorragend besetzt waren. „Zwar war auch ich in Wien, ..“ Da hätte man Lust, öfters wieder einmal dahin zu fahren.
Die gesamte Organisation der Reise, ihr Verlauf wie auch die Wahl des Hotels und der Restaurants gelangen vorzüglich, so daß wir Herrn Professor Schneider nochmals unseren ganzen Dank abstatten möchten.
Bertram Botsch
Reise nach Brüssel 29.09. bis 02.10.2024 mit „Siegfried“
Es war uns eine Freude, Ihnen eine Reise nach Brüssel zu ermöglichen. Dank Prof. Hans-Michael Schneider und Herrn Köfler, dem Operndirektor von La Monnaie in Brüssel, hatten wir die Gelegenheit, die Aufführung von „Siegfried“ zu genießen.
Im Folgenden finden Sie den Reisebericht von Jürgen Gaertig.
Reisebericht der Fahrt des Richard-Wagner-Verbands nach Brüssel, 29.09.2024 – 02.10.2024
Unsere Reise begann am Strasbourger Hauptbahnhof mit einer kleinen Aufregung: Die Karlsruher Gruppe kam in letzter Minute an, doch wir erreichten pünktlich den TGV nach Brüssel. Dort wurden wir um 9:45 Uhr von unserem Reiseleiter, Herrn Sacha Seggai, empfangen und mit einem Bus zu einer kurzen Stadtrundfahrt gebracht, bevor wir unser zentral gelegenes Hotel erreichten. Bereits am ersten Tag konnten wir bei einem Spaziergang die Grand-Place mit ihren prächtigen Zunfthäusern und das gotische Rathaus bestaunen. Besonders faszinierend waren die Galeries Royales Saint-Hubert und die überall in der Stadt verteilten Comic-Wandbilder.
In den folgenden Tagen besichtigten wir sowohl die historischen als auch die modernen Wahrzeichen Brüssels. Das Atomium, ein Relikt der Expo 1958, beeindruckte uns mit seiner außergewöhnlichen Architektur. Der Triumphbogen im Jubelpark, eine Erinnerung an die Weltausstellung von 1880, bot eine schöne Verbindung zur Heimat, da die Quadriga auf dem Bogen aus Karlsruhe stammt. Neben dem EU-Viertel mit seinen modernen Gebäuden zeigte uns unser Reiseleiter Sacha die faszinierenden Jugendstil-Viertel, geprägt vom Architekten Victor Horta, die den Ursprung des europäischen Jugendstils illustrieren.
Unser Opernerlebnis „Siegfried“
Wir erlebten eindrucksvolle Bühnenbilder in einem futuristischem Raum mit wirkungsvoller Lichtgestaltung in wandelnden Farben. Die Inszenierung tut was sie tun sollte – sie erzählt eine epische Geschichte und gab uns etwas zum Anschauen. Theatralisch machte dieser „Siegfried“ aus wenig viel. Technisch beeindruckende Szenen mit überraschender Zugänglichkeit. Gesungen wurde zufriedenstellend, musikalisch (Dirigent Alain Altinoglu) war es ansprechend. Die Reaktion des Publikums am Ende äußerst positiv.
Am letzten Tag rundete eine exklusive Führung im Kunstmuseum „Oldmasters“ die Reise ab. Unsere Führer gaben lebendige Einblicke in Meisterwerke von Bruegel, Bosch und Rubens, die uns alle tief beeindruckten.
Mit diesen außergewöhnlichen Erlebnissen traten wir die Rückreise nach Strasbourg an. Dank der perfekten Organisation von Professor Hans-Michael Schneider bleibt diese Reise unvergesslich.
(Reisebericht von Jürgen Gaertig)
Reise nach Palermo – Eindrücke
P A L E R M O
Palermo, wenn Du einmal dort warst, möchtest Du wieder dorthin. Die Spuren unseres ganzen Abendlandes findest Du dort. Dazu den Zauber Siziliens. Die äußeren Bedingungen unserer Reise hat Professor Hans Michael Schneider auf‘s Feinste zusammengefügt. Höhepunkt folgte auf Höhepunkt, kaum kann man das vollständig beschreiben. Und unsere wunderbare Reiseführerin Claudia di Pace hätte offensichtlich genügend Berichte für weitere Tage gehabt.
Fortsetzung …
Nach der Ankunft am 20. Mai 2024 führte uns der Bus sofort nach Monreale hoch über Palermo. Die Kathedrale und der Kreuzgang sind schon allein eine Reise nach Sizilien wert. Die gewaltige Kathedrale ist über und über mit byzantinischen, goldenen Mosaiken bestückt und zeigt den ganzen Kanon der Bibel. Die Gewölbe des riesigen Kreuzgangs stützen sich auf zierliche, fein bearbeitete Zwillingssäulen. „Zu viel, zu viel! „ könnte man mit Tannhäuser rufen“. Es wäre bei uns und bei ihm nicht glaubhaft. Ein exzellentes Mittagessen verschaffte uns eine Verschnaufpause und vom Lokal aus die herrliche Aussicht über die „Goldene Muschel“ (Conca d‘Oro), die unten liegende Stadt und das hochaufragende Meer.
Der Name unseres Hotels Eurostars Centrale Palace weist auf die prächtige Ausstattung des Hotels im Jugendstil hin und seine wahrhaftig zentrale Lage um die barocken Quattro Canti. Auf der Dachterrasse des Hotels konnten wir zunächst einen Apéro und kleine Häppchen genießen, dann ein festliches Abendessen in einem Atrium in einem benachbarten Jugendstilgebäude.
Der Dienstag bot ein Feuerwerk an Schönheit und Kultur im Überfluß, sehr verkürzt: — die Cappella Palatina in Palermo im Normannenpalast, Bewunderung der feinsten Goldmosaiken, — im Dom von Palermo das Grab Friedrichs II. von Hohenstaufen und auch die bemerkenswerte Sonnenuhr auf dem Boden des Doms, — die Altstadt um die Quattro Canti sowie — die arabisch-normannischen Kirchen „La Martorana“ und „S. Cataldo“. Im Bereich des Doms und angrenzend tummelten sich unzählige Schülergruppen und Studenten anlässlich irgendeines Festtages. Wir gingen in einiger Entfernung vom Dom aus durch einen langen Markt, der sich über die ganze Straßenbreite erstreckte. Gemüse und Obst gab es in großer Pracht, dann auch Haushaltswaren.
Abends fuhren wir nach Cefalù, zur Besichtigung der Stadt und des Domes, dieser wiederum eine gewaltige normannische Kirche und Touristenmagnet. Wir fanden die Stadt an diesem Tag aber nicht überlaufen. Das Abendessen wurde wieder in einem sehr guten Lokal eingenommen.
Am Mittwoch besichtigten wir den Tempel von Segesta, einsam am Berghang gelegen, ohne Dach und nie fertiggestellt. Schließlich in Palermo staunten wir über das Staatsarchiv. Seine Regale reichen über viele Stockwerke und enthalten Dokumente der Stadtgeschichte Palermos vom Ende des 13. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Am Abend dann nach Fingerfood und Aperó Gang zum Teatro Massimo, einem riesigen Opernhaus im Stil des Historismus. Nach 1997 wurde das Haus wiedereröffnet. Die hauseigene Produktion von Tristan und Isolde war hörens- und sehenswert und gab Anlaß zu ausführlicher Diskussion in einem später mit Mühe gefundenem Straßenlokal. Die sängerische und orchestrale Leistung und die Regie waren recht ansprechend. Tristan Michael Weinius und andere fanden vollen Zuspruch, Nina Stemme hat ihren Part als Isolde standesgemäß verteidigt.
Am Donnerstag flogen wir planmäßig mit Swissair nach Zürich. Ringsum eine befriedigende und begeisternde Reise, mit ausreichend Gelegenheit, unsere freundschaftlichen Kontakte zu festigen.
(Reisebericht von Dr. Bertram Botsch)
stupor mundi ex hodie
Friedrich,
aus Palermo,
der knabenhafte,
wilde,
holt sich waffenlos
und geldlos sein Reich,
den Falken verfallen,
wie dem Griechischen,
Lateinischen,
Arabischen,
Avicenna und Averroes
und der Null,
der ohne Schwert
Jerusalem gewann,
dem Papst unterlag,
Rätsel baute,
Konstanze aus Aragon und Ungarn,
Bianca aus Piemont,
Isabella Plantagenet,
dazu Isabella von Brienne
aus Jerusalem besaß,
alles, alles
stupent im Übermaß.
Soll Gregor IX die Muslime
nur zum Discredere benutzt haben,
soll alles mögliche
ganz anders sein,
bleibt doch der stupor.
Bertram Botsch, 8. Februar 2012


















